Als ich das Haus meiner Schwester besuchte, gab sie ihrem Hund gerade Knochen zu fressen.

Dann zwang sie ein Lachen hervor, das überhaupt nicht wie ein echtes Lachen klang.

„Wovon redest du?“ sagte sie schnell.

„Erzähl keinen Unsinn.“

Ich sah Mila an.

„Schatz… was meinst du damit?“

Milas Augen blieben auf den Napf gerichtet.

„Es ist… es ist von ihm“, flüsterte sie.

„Das da. Ich habe es schon einmal gesehen.“

Taras Mann Gabe—der an den Türrahmen gelehnt hatte und auf sein Handy geschaut hatte—blickte plötzlich auf.

Und in dem Moment, als seine Augen auf Roxys Napf fielen, veränderte sich sein ganzer Körper.

Er begann zu zittern.

Nicht leicht.

Ein echtes Zittern, als würden seine Muskeln darum kämpfen, ihn aufrecht zu halten.

Sein Gesicht wurde blass, und sein Mund öffnete sich, als wollte er etwas sagen, aber bekam keine Luft.

Tara fuhr ihn scharf an: „Gabe, stell dich nicht so an.“

Doch Gabe sah Tara nicht an.

Er sah den Napf an.

Das, was Mila gesehen hatte.

Denn zwischen den Knochen, halb unter Roxys Pfote verborgen, lag etwas, das absolut nicht in Hundefutter gehörte—etwas Helles und Vertrautes.

Ein kleines geflochtenes Armband, grau und blau, mit einer Kunststoffperle mit Namen in der Mitte.

Und selbst von dort, wo ich stand, konnte ich die Buchstaben lesen.

LEO.